„Recht auf Stadt“ in Leverkusen

Kalle Gerigk, Foto: B. Bronisz

Schwindender bezahlbarer Wohnraum, Modernisierungsstau, steigende Mieten: auch in Leverkusen greift der Mietenwahnsinn um sich. Wir hatten deswegen einen Themenabend organisiert. Unterstützung hatten wir dabei von Kalle Gerigk, Aktivist bei der sozialen Mieter*innenbewegung „Recht auf Stadt – Köln“. In erster Linie wollten wir so direkt von Wohnungsverlust und Mietenwucher betroffene Menschen informieren.

In Ballungsgebieten wie z.B. Köln ist das Thema bereits älter, und Kalle konnte deswegen aus einem Fundus an Erfahrungen und Erlebnissen schöpfen, was den Abend sehr informativ, und teilweise sogar unterhaltsam machte. Teilweise kann man ob der Gefühlslosigkeit der Verantwortlichen der Wohnungskonzerne nur fassungslos den Kopf schütteln. Leider gibt es sogar Beispiele, wo sogar stark auf Hilfe angewiesene Mieter*innen aus „wirtschaftlichen Interessen“ ihre Wohnung räumen sollten. Aber auch abgesehen von diesen Härtefällen greift „Gentrifikation“ als Symptom gnadenloser Profitgier um sich. Wohnraum wird allerorts zur immer teurer werdenden Ware, und wer nicht zahlen kann, muss halt ausziehen oder wird sogar zwangsgeräumt. Wir wollen das nicht einfach so hinnehmen, und den betroffenen Menschen Mut machen und uns solidarisch an ihre Seite stellen!

Kalle Gerigk (4. v.r.) und die ersten Gäste des Abends

Die fast 30 Gäste des Abends fanden Gelegenheit sich über ihre eigene Nachbarschaft hinaus mit anderen Mieter*innen auszutauschen. Oftmals konnte festgestellt werden, dass die Probleme unabhängig des Wohnortes ähnlich oder sogar exakt die gleichen sind. Hier profitierten die Anwesenden schon allein davon, dass man sich gegenseitig Mut zusprechen konnte. Häufig wurden darüber hinaus konkrete Ratschläge untereinander ausgetauscht. Glücklicherweise sieht es aber sehr danach aus, dass in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Man darf gespannt sein wie es weitergeht!

Eines ist mal klar: Wohnen ist ein Menschenrecht, und Wohnraum darf keine Spekulationsmasse der Konzerne bleiben! Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum! Wir wollen vernünftig wohnen können! Wohnen muss auch für Alleinerziehende, Arbeitssuchende und Renter*innen bezahlbar sein! Wir fordern auch in Leverkusen das „Recht auf Stadt“!

Werde aktiv!

Das Wichtigste ist, dass Du Dir Rechtsbeistand holst. Der Deutsche Mieterbund bietet vergünstigten Rechtsbeistand an, informiere Dich über die Preise in Deiner Stadt. Zusätzlich solltest Du Dich unbedingt mit Deinen Nachbar*innen vernetzen. Tauscht Informationen über Zustände, Entwicklungen und ggf. den Sachstand vor Gericht aus. Wenn in Deiner Stadt vorhanden, kannst du das mit Unterstützung Deiner örtlichen „Recht auf Stadt“ tun!

Wir unterstützen „Recht auf Stadt“ im Kampf für bezahlbaren Wohnraum!

Für alles Weitere wende Dich gern an uns!