Offener Brief an Frau Hürtgen, Betriebsleiterin “Kulturstadt Leverkusen”

Sehr geehrte Frau Hürtgen,

ich hatte mich auf die am 13.10.16 im Gartensaal des Museum Morsbroichs stattgefundene Veranstaltung  bezugnehmend bereits per Email an die für Vermietungen verantwortliche Stelle gewendet, und warte seither auf eine Antwort. Nun wende ich mich an Sie als Betriebsleiterin mit einem offenen Brief, weil ich das Thema nicht auf sich beruhen lassen möchte.

Erst am 04.06.16 gab es eine große Solidaritätsdemonstration durch die Leverkusener Innenstadt. Kunstschaffende und -begeisterte zeigten mit einem bunten Demonstrationszug auf sehr kreative Weise ihre Solidarität mit dem stadteigenen Betrieb „Kulturstadt Leverkusen“, da dieser seit einem Gutachten von massiven Sparmaßnahmen bedroht ist. Sie zeigten aber auch, was die Leverkusener Kunstszene ist: bunt, vielfältig, und besonders voller kreativer Leidenschaft. Sie ist einer der viel zu wenigen Farbakzente im manchmal etwas zu grauen Leverkusen. In dieser Szene engagieren sich SängerInnen, MalerInnen, TänzerInnen, ZeichnerInnen, MusikantInnen, SchauspielerInnen, und viele, viele mehr. Kunst ist ein Ausdruck von Freiheit und eine internationale Sprache. Sie verbindet Menschen auf der ganzen Welt unabhängig von Herkunft, Alter oder Geschlecht.
Finden sie es besonders vor diesem Hintergrund nicht auch widersprüchlich, ausgerechnet eine Organisation wie die AfD unkommentiert in Ihr Haus zu lassen? Als eines der wenigen Wahrzeichen von Leverkusen muss Ihnen doch zudem der symbolische Charakter dieses Veranstaltungsortes gewahr sein.
Nicht nur als Sprecher der LINKEN. Leverkusens, sondern vor allem als Leverkusener Bürger frage ich mich, ob es die Kulturstadt Leverkusen nötig hat, Geld von offenkundig menschenfeindlichen Organisationen unkommentiert anzunehmen, und sich auch noch daran zu bereichern.
Ich weiß um die Rechtslage, was öffentliche Räume und Veranstaltungen von Parteien angeht. Allerdings wäre es doch eine wichtige Geste für die Leverkusener Bürgerinnen und Bürger, die Kunstschaffendenszene und nicht zuletzt für die „Kulturstadt Leverkusen“ selbst, wenn Sie öffentlich Stellung nähmen, und das Geld an ein integratives oder karitatives Projekt oder Einrichtung spenden würden.

Den offenen Brief finden Sie auch auf unserer Facebookseite und auf unserer Webpräsenz.

Mit freundlichen Grüßen,

Bastian Link
Kreissprecher DIE LINKE. Leverkusen